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Überblick über die Meldepflichten gem. Art. 4 SFTR

Die neue europäische Verordnung Nr. 2015/2365 über die Transparenz von Wertpaperfinanzierungsgeschäften und der Weiterverwendung (SFTR) zielt darauf ab, die Transparenz der Finanzmärkte bei der Nutzung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften zu erhöhen, indem Einzelheiten eines Wertpapierfinanzierungsgeschäfts durch die Gegenparteien an ein Transaktionsregister gemeldet werden müssen. 

Die Meldepflicht gemäß Art. 4 SFTR tritt abhängig von der Klassifikation der Gegenpartei in vier Schritten in Kraft:
 

  • 11. April 2020: Wertpapierfirmen und Kreditinstitute
  • 11. Juli 2020: Zentrale Kontrahenten (CCPs) und Zentralverwahrer (CSDs)
  • 11. Oktober 2020: Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen, Regulierte Investmentvermögen (OGAW, AIF) und  deren Verwaltungsgesellschaften, Einrichtungen zur betrieblichenAltersversorgung
  • 11. Januar 2021: Nicht-Finanzielle Gegenparteien

Delegierung des Reportings ist möglich

Einzelheiten der Meldungen können gemäß Art. 4(2) SFTR an eine andere Partei delegiert werden, so zum Beispiel auch an Deutsche Regulatory Reporting Hub.

Meldepflichtige Instrumente

Die meldepflichtigen Transaktionen gemäß SFTR umfassen dabei sämtliche   

  • Pensionsgeschäfte (Repos)
  • Kauf-/Rückverkaufsgeschäfte oder Verkauf-/Rückkaufgeschäfte („Sell Buy-backs/ Buy Sell-Backs)
  • Wertpapier- oder Warenleihegeschäfte („Securities Lending“/ „Commodities Lending“)
  • Lombardgeschäfte („Margin Lending Agreements“)

die durch meldepflichtige Gegenparteien abgeschlossen wurden.

Meldefelder

Dabei sind Details über 

  • die involvierten Gegenparteien („Counterparty Data“, 18 Felder)
  • Kredite und Sicherheiten, d.h. die Geschäftsparameter („Loan and Collateral Data“, 99 Felder)
  • die Einschuss-/ Nachschusszahlungen („Margin Data“, 20 Felder)
  • sowie hinsichtlich der potenziellen Weiterverwendung von Sicherheiten („Re-Use Data“, 18 Felder)

durch alle die Gegenpartien an ein Transaktionsregister (im Sinne eines „doppelseitigen“ Reportings) zu melden. Die Anzahl und Anwendbarkeit von Meldefeldern unterscheidet sich dabei je nach Art des Wertpapierfinanzierungsgeschäftes.

Meldepflichtige Gegenparteien

Meldepflichtig im Sinne des Art. 4 SFTR sind dabei folgende Gruppen von Gegenparteien eines Wertpapierfinanzierungsgeschäfts: 

  • Finanzielle Gegenparteien: Wertpapierfirmen, Kreditinstitute, Rückversicherungsunternehmen, Regulierte Investmentvermögen (OGAW, AIF) und deren Verwaltungsgesellschaften, Einrichtungen zur betrieblichen Altersversorgung, CCPs, CSDs
  • Nichtfinanzielle Gegenparteien: alle Gegenparteien, die nicht als finanzielle Gegenparteien klassifiziert wurden

Dabei muss die Verwaltungsgesellschaft für die regulierten Investmentvermögen melden. Zudem geht die Meldepflicht komplett auf die finanzielle Gegenpartei über, falls die andere Gegenpartei eine „kleine“ Nicht-Finanzielle Gegenpartei ist.

Regionale Abdeckung 

Diese Meldeverpflichtung erstreckt sich dabei auf die Gegenparteien, die

  • in der Europäischen Union (EU) entweder niedergelassen sind (einschließlich aller weltweiten Zweigniederlassungen) oder 
  • im Fall von Drittlandsfirmen, falls eine Zweigniederlassung in der EU unterhalten wird, die ein meldepflichtiges Wertpapierfinanzierungsgeschäft abgeschlossen hat.

Weitere Informationen


Bitte beachten Sie, dass dies eine unverbindliche Information darstellt, nicht jedoch Rechtsberatung oder regulatorische Beratung/ Analyse. Deutsche Börse AG kann daher keine Garantie für Vollständigkeit und/ oder Richtigkeit dieser Informationen übernehmen. Bitte kontaktieren Sie hierzu einen Anwalt oder Rechtsberatungsstelle.