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03. November 2015 | Data Services

MNI veröffentlicht neue Umfrage zu möglichen Finanzmarktreaktionen auf verschiedene Krisenszenarien für die Eurozone Finanzmärkte halten einen "Brexit" für unwahrscheinlich, sehen für die Eurozone künftig jedoch eine zweigleisige Struktur

Nach Ansicht von Finanzexperten wird die Eurozone ihre derzeitige Struktur in der Zukunft nicht beibehalten und sich wahrscheinlich zu einem zweigleisigen System entwickeln, während Großbritannien auch weiterhin Mitglied in der Europäischen Union bleiben dürfte. Gleichzeitig hat die Krise in der Eurozone das Vertrauen der Finanzmärkte in die Region untergraben, und die Marktteilnehmer verlangen eine größere Transparenz hinsichtlich der politischen Entscheidungsprozesse in der EU.
Zu diesem Ergebnis kommt das erstmalig erhobene MNI Eurozone Barometer von Market News International (MNI). MNI gehört zur Gruppe Deutsche Börse und ist ein führender Anbieter von Nachrichten und Hintergrundinformationen für die globalen Devisen-, Renten- und Rohstoffmärkte. Im Rahmen der Studie wurden rund 170 erfahrene Finanzexperten befragt. Die Ergebnisse wurden vom MNI-eigenen Informationsdienst Euro Insight für Wirtschafts- und Finanzpolitik in Europa analysiert.

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktvolatilität, die im Zusammenhang mit Unsicherheiten bezüglich des Wachstums in China und der Zinsentwicklung in den USA steht, wird die Eurozone von Anlegern momentan als ein sicherer Hafen wahrgenommen“, sagte Matthew Saltmarsh, Senior Euro Insight Analyst bei MNI, zu den Umfrageergebnissen. „Allerdings glauben institutionelle Anleger, dass ein zweigleisiges Europa das wahrscheinlichste Szenario für die Zukunft ist, und weniger eine vollständige fiskalpolitische Verschmelzung.“

Zu den drei wichtigsten Ergebnissen der Umfrage gehört, dass die meisten Befragten bezweifeln, dass die Eurozone jemals zu einer vollständigen Wirtschaftsunion zusammenwachsen wird. Laut Umfrage halten 43 Prozent der Teilnehmer die künftige Entwicklung einer „Two-Speed“-Eurozone für wahrscheinlich; 35 Prozent stimmen dem nicht zu und 22 Prozent sind unentschieden. In diesem Szenario würde eine Kerngruppe von Ländern näher aneinanderrücken und ihre Souveränität zusammenlegen, insbesondere in Bezug auf die Wirtschaftspolitik, während sich eine zweite Gruppe von Ländern nicht an einer tiefergehenden Integration beteiligen würde.

Zudem vertritt eine klare Mehrheit die Ansicht, dass Großbritannien sich für einen Verbleib in der EU entscheiden wird und auch sollte, eine Einführung des Euro jedoch unwahrscheinlich ist. Bezüglich der Frage eines möglichen Austritts Großbritanniens aus der EU, die vor dem 2017 vorgesehenen Referendum auf der Tagesordnung nach oben gerückt ist, hielt es eine klare Mehrheit (72 Prozent) für sehr wahrscheinlich, wahrscheinlich oder teilweise wahrscheinlich, dass Großbritannien auch 2020 noch Mitglied in der Union sein wird. Nur 14 Prozent vertraten die Ansicht, dass das Land seine Verbindungen mit der EU dauerhaft auflösen sollte und lediglich 8 Prozent sprachen sich dafür aus, dass Großbritannien das Pfund für den Euro aufgeben sollte.
Die dritte wichtige Erkenntnis der Umfrage ist die Erwartung der Anleger, dass der Euro in seiner derzeitigen Form auch 2020 noch bestehen werde – 59 Prozent hielten das für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Dem standen 18 Prozent gegenüber, die dies für unwahrscheinlich oder sehr unwahrscheinlich hielten.
Das vollständige MNI Eurozone Barometer steht hier zum Download bereit:
> www.mni-news.com/eurozonebarometer

Über die Umfrage

Die Umfrage wurde im August und September 2015 über eine E-Mail-Erhebung unter Buy-Side- und Sell-Side-Instituten im Devisen- und Anleihegeschäft von MNI durchgeführt. Die Fragen konzentrierten sich auf die Wahrscheinlichkeit von verschiedenen, die Eurozone betreffenden Krisenszenarien und mögliche Reaktionen darauf an den Finanzmärkten. Die Ergebnisse wurden vom MNI-eigenen Euro Insight-Team analysiert, das Einblicke und Analysen bietet, die hinter die Kulissen der politischen Entscheidungsprozesse in Brüssel blicken lassen. MNI Euro Insight ist ein Service auf Abonnement-Basis und über folgenden Link zugänglich:
> https://euroinsight.mni-news.com/

Über MNI News

Market News International (MNI) gehört zur Gruppe Deutsche Börse und ist ein führender Anbieter von Nachrichten und Hintergrundinformationen für die globalen Devisen-, Renten- und Rohstoffmärkte. MNI ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutsche Börse AG, einer der weltweit größten Börsenorganisationen.